Sonntag, 28. April 2013

Google Drive für simple Webhostingzwecke nutzen

Seit einiger Zeit ist bekannt, dass man das Google Drive auch für das Hosting von Webinhalten verwenden kann. Warum sollte man das tun? Weil man so eine einfach zu nutzende, gut integrierte Plattform bekommt, die mit einigen einzigartigen Möglichkeiten wie der Echtzeitkollaboration aufwarten kann. Ich denke dabei nicht, dass man seine produktiven Webserver oder Content Management Systeme durch das Google Drive ersetzen kann (oder sollte), aber für Prototyping und das schnelle Onlinestellen von Inhalten, über die man mit anderen noch diskutieren will, ist das eine interessante Alternative.  

Wie es genau funktioniert 

Die Beschreibung von Google dazu ist recht spartanisch und richtet sich eher an Entwickler, die über auf das Drive zugreifende Anwendungen automatisch ganze Webauftritte publizieren wollen. Auf der Lifehacker Webseite gibt es aber eine bessere Beschreibung. Diese kann man so übersetzen:
  1. Man gründet einen eigenen Ordner im Drive und gibt diesen öffentlich frei (die öffentliche Freigabe ist heute offenbar eine notwendige Voraussetzung. Für streng geheime Inhalte ist das Drive Hosting damit nicht geeignet).
  2. Aus dem Freigabedialog kopiert man sich die URL. Hier ein Beispiel:

    https://drive.google.com/folderview?id=0B0ttwGA5GF3USzQtMHRKZ1dRSzg&usp=sharing
  3. Von diesem Link interessiert nur die ID, hier 0B0ttwGA5GF3USzQtMHRKZ1dRSzg. Damit baut man sich dann die Hosting Adresse:

    https://googledrive.com/host/0B0ttwGA5GF3USzQtMHRKZ1dRSzg/
Freigabeeinstellungen und Link
Voila, das Google Drive Hosting ist fertig. Wenn man eine index.html Datei in das Verzeichnis legt wird diese direkt angezeigt, ganz wie man es gewohnt ist. Aus den im Verzeichnis abgelegten HTML Dateien heraus kann man andere Dateien mit CSS- und JS-Code aufrufen, natürlich auch Bilder. Unterverzeichnisse funktionieren ebenfalls.

Anwendungsfall Prototyping

Meine erste produktive Nutzung des Drive Hostings bestand in einem Prototyping: Es ging darum von bestimmten Seiten einer unserer J2EE Anwendungen mehrere alternative Überarbeitungen zum Vergleich vorzustellen. Da die dynamischen Serverkomponenten nicht gebraucht wurden reichte es statische Abzüge zu bearbeiten und die Links dazu dann per eMail für die weitere Diskussion verschicken zu können. Mit dem Google Drive Hosting lies sich das dann so lösen:
  • Anlegen eines neuen Verzeichnisse auf einem Windows PC. Das Verzeichnis befindet sich in einem Bereich, der vom Google Drive Client synchronisert wird und wandert so automatisch in die Cloud. 
  • In das Verzeichnis wird eine statische Kopie der zu bearbeitenden Webseite gelegt. Nach meiner Erfahrung ist hier Opera am besten geeignet: Nur Opera speichert auch in CSS Dateien referenzierte Bilder mit ab.
  • Nun kann man schon mit Windows Werkzeugen (in meinem Fall Eclipse) anfangen die statische Kopie zu bearbeiten. Die Änderungen gehen gleich in die Cloud. Wenn man die Inhalte direkt im Drive bearbeiten will bieten sich Tools wie das Neutron Drive an. Wenn man allerdings viel STRG-R Entwicklung macht ist es schneller lokal zu arbeiten.
  • Am Ende (oder auch am Anfang) veröffentlicht man dann das neue Verzeichnis wie oben beschrieben und kann den Link an die Personen verschicken, die das fertige Werk begutachten sollen.
Ich denke bei mir wird das Drive Hosting einen festen Platz in der Arbeitsroutine bekommen.
Kommentar veröffentlichen